Fraunhofer-Institut gehackt: 300 Gigabyte interne Daten im Darknet

Mehr als 300 Gigabyte der internen Daten des Forschungsinstituts stehen aktuell im Darknet für einen Preis von 2 Millionen Euro zum Verkauf. Das Unternehmen hat den Vorfall zum aktuellen Zeitpunkt bereits öffentlich bestätigt.

Veröffentlicht:7. Juni 2022

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Fraunhofer-Institut gehackt: 300 Gigabyte interne Daten im Darknet

Forschungsdaten werden im Darknet angeboten

Wie Watson aufgedeckt hat, sind unbekannte Hacker in das renommierte Fraunhofer-Institut für Mikrostrukturierte Werkstoffe und Systeme (IMWS) eingedrungen und haben dabei eine große Menge vertrauenswürdiger Dokumente erbeuteten können. Auf der Darknet-Plattform Industrial Spy werden die gehackten Daten aktuell zum Preis von 2 Millionen Euro frei zum Verkauf angeboten.

Nach Angaben von Watson wurde das Sicherheitssystem des Instituts bereits am 14. April angegriffen. Die Online-Medien hatten Zugang zu einer Darknet-Site, auf der sich die Cyberkriminellen damit brüsteten, an die internen Daten verschiedener Technologien, Mitarbeiter und Studenten gelangt zu sein.

Ein Medienvertreter bestätigte gegenüber Watson schriftlich, dass das IMWS in der ostdeutschen Stadt Halle Opfer eines Cyberangriffs geworden ist.

Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt

Soweit bekannt, handelt es sich um einen lokalen Vorfall, an dem nur IMWS beteiligt ist, so ein Medienvertreter. Das Institut arbeitet jedoch eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen, und seine eigenen Forschungsinstitute tragen zur Untersuchung des Vorfalls bei.

Die Arbeitsfähigkeit des Instituts und aller betroffenen Mitarbeiter sei wiederhergestellt worden, teilte das Forschungsinstitut mit.

Auswirkungen auf die Materialforschung

Die Fraunhofer-Gesellschaft bietet Forschungsdienstleistungen an. Sie bedient Kunden aus Industrie und Behörden. Industrielle und öffentliche Auftraggeber sehen es als Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen.

Ziel des Fraunhofer IMWS ist es, Defekte und Mängel in Werkstoffen, Bauteilen und Systemen auf der Mikro- und Nanoskala zu erkennen, ihre Ursachen zu erforschen und den Kunden darauf aufbauend Lösungen anzubieten.

Der Cyber-Angriff wirkt sich direkt auf die industrielle Materialforschung aus, da Informationen zu internen Technologien publiziert und auf dem freien Markt zugänglich gemacht worden sind.

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